Leo Martin - Vertrauen mit der „007“-Formel

Ex-Geheimagent Leo-Martin (oder was auch immer sein richtiger Name ist) zeigt, wie man mit der „007“-Formel Vertrauen aufbaut und in Menschen reinschauen lernt.

Leo Martin Interview Blog WEKA Akademie GmbH

(Pressefoto Leo Martin)

Nicht nur von Geheimagenten wie James Bond, Mata Hari oder Jason Bourne geht seit jeher eine unglaubliche Faszination aus. Die Methoden und Techniken der Geheimdienste sind auch im Berufsalltag – sei es in der Kundenbeziehung oder gegenüber Mitarbeitern – wertvoll, um Vertrauen aufzubauen und andere für sich und seine Ziele zu gewinnen. Denn mit den „Waffen“ eines Geheimagenten lassen sich Menschen wie ein offenes Buch lesen, Motive sind durchschaubar, Handeln ist beeinflussbar.

Wie das funktioniert? Wir haben Leo Martin, Ex-Geheimagent und heute Trainer hierzu befragt:

Leo Martin, geboren 1976, ist Ex-Geheimagent, Kriminalist & Bestsellerautor. Er weiß, wie man Menschen für sich gewinnt. Zehn Jahre war er für den deutschen Geheimdienst im Einsatz. Sein Job war es, im Milieu der organisierten Kriminalität Vertrauensmänner anzuwerben und zu führen.

„Ich habe wildfremde Menschen unter schwierigsten Ausgangsbedingungen dazu gebracht, mir zu vertrauen und langfristig mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten.“ (Leo Martin, Ex-Geheimagent)

Redaktion:  Wie sind Sie damals zum Verfassungsschutz gekommen?

Leo Martin: Geplant war das tatsächlich nicht! Sich bei einem Geheimdienst zu bewerben wäre damals der direkte Weg ins Aus gewesen. Damals haben sich die Nachrichtendienste noch extrem vor Infiltration geschützt. Ich habe eine Polizeiausbildung gemacht, war damals der beste von ein paar hundert Mann. So wurde der Verfassungsschutz auf mich aufmerksam.

Redaktion:  Was hat Sie dazu bewogen, den Dienst zu quittieren und sich Ihrer neuen Aufgabe als Autor und Trainer zu widmen?

Leo Martin: Auch das war nicht geplant! (Lacht). Meine Zeit beim Geheimdienst war sehr spannend. Ich habe dort viel gelernt und profitiere von dieser Zeit bis heute. Nach zehn Jahren Arbeit „undercover“ in der Schattenwelt, hat es dann mal wieder Spaß gemacht die Sonne zu sehen. Die größte Freiheit, die ich dadurch zurückgewonnen habe ist, dass ich heute Freunden und Familie erzählen kann, wo ich gerade bin und was ich gerade mache. Ohne Ausflüchte, ohne große Teile zu verschweigen. Die volle Wahrheit.

Redaktion: „Man muss Menschen rühren – nicht schütteln“ – wie ist das zu verstehen?

Leo Martin: Damit will ich sagen, wenn du andere für dich gewinnen willst, oder für deine Ziele, Projekte, Produkte oder Ideen ... versuche es nicht mit irgendwelchen Tricks, nicht mit Druck, nicht mit rationalen Argumenten. Sondern packe ihn dort, wo es am besten funktioniert: Bei seinen Emotionen. Unser Gegenüber ist in der Regel nicht dumm. Er spürt sofort woran er bei uns ist. Ob wir es ehrlich meinen oder nicht.

Redaktion:  Wie schafft man es, das Vertrauen anderer Menschen zu gewinnen? Gibt es ein 007-Geheimrezept?

Leo Martin:  Dafür gibt es die 007-Formel um Vertrauen aufzubauen. Darum geht es auch in unserem Training. Der erste und wichtigste Schritt sei hier schon mal verraten: Die Frage ist nicht „Kannst du mir vertrauen?“, sondern „Auf was kannst du vertrauen, wenn du es mit mir zu tun hast?“. In erster Linie geht es also um Klarheit. Der andere muss wissen, woran er bei uns ist. Deshalb sollten Sie eindeutig Position auf folgende Fragen beziehen: Für was stehe ich? Wie will ich von anderen gesehen werden? Was lasse ich garantiert nicht mit mir machen? Nur dann weiß Ihr Gegenüber, womit er bei Ihnen rechnen kann – und womit nicht.

Redaktion:  Woran erkennt man, dass man das Vertrauen anderer gewonnen hat? Haben Sie sich während Ihrer Tätigkeit im Geheimdienst auch schon einmal diesbezüglich getäuscht?

Leo Martin: Vertrauen ist ein Prozess, der ständig aufs Neue befeuert werden muss. Kleine Enttäuschungen gehören da gelegentlich mit dazu. Wenn der andere sich traut, echte Emotionen zu zeigen, oder beginnt, eigene Themen mit ins Gespräch einzubringen, dann ist das ein gutes Zeichen. Wenn er sich für uns einsetzt oder in uns investiert, dann haben wir sein Vertrauen.

Redaktion:  Ihr Geheimtipp ist also, die positive Eigenschaft an Menschen zu identifizieren, um so auch in schwierigen Situationen eine positive Haltung einzunehmen? Kann man diese Verhaltensweise trainieren? Gelingt Ihnen das immer? Wie schaffen Sie es, auch bei Ihnen unsympathischen Menschen immer wieder Positives zu finden?

Leo Martin: Das ist einer von vielen Tipps. Wenn der andere dich ärgert, finde einen positiven Aspekt, bevor du antwortest. Wenn er dich sehr ärgert, finde fünf! Kein Mensch ist nur gut oder nur schlecht. Wir bekommen alle jeden Tag die Noten 1 bis 6 von den Menschen um uns herum. Unser Job ist es, viele Einser und Zweier zu sammeln und die Fünfer und Sechser selten zu halten. Das gilt nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen um uns herum. Das vergessen wir bei Menschen, die uns unsympathisch sind nur sehr schnell. Hier gilt es gedankliche Arbeit zu investieren und an seiner Einstellung zu feilen. Wenn Sie das wollen und es Ihnen die Sache wert ist.

Redaktion:  Welche positiven Erfahrungen haben Sie aus der Tätigkeit als Geheimagent mitgenommen?

Leo Martin: Vertrauensmänner im Milieu der Organisierten Kriminalität anzuwerben ist kein Kinderspiel. Es bedeutet Vertrauen aufzubauen, unter schwierigen Bedingungen und in sehr kurzer Zeit. Da merkst du sehr schnell, was funktioniert und was nicht. Die Geheimdienstmethoden sind dementsprechend schlecht-wetter-getestet. Und das tolle ist, sie funktionieren nicht nur zwischen Agent und Vertrauensmann, sondern auch zwischen Chef und Mitarbeiter, zwischen Kunde und Verkäufer und privat.

Redaktion:  Wusste Ihr näherer Freundeskreis / Ihre Familie von Ihrer Tätigkeit?

Leo Martin: Selbst meine Mutter hat zehn Jahre lang nicht gewusst, was ich ganz genau für einen Job mache. Die beste Legende ist die, die am dichtesten an der Wahrheit ist. Weil ich nur die glaubwürdig leben kann. Also habe ich allen erzählt, ich arbeite für das Innenministerium an Bekämpfungskonzepten gegen Organisierte Kriminalität. Das habe ich so erzählt, dass es möglichst langweilig und nach Schreibtischjob klingt. Geheimhaltung gehört eben mit zum Handwerkszeug.

Redaktion:  Eine letzte Frage, ist Leo Martin Ihr wirklicher Name oder ein Pseudonym?

Leo Martin: Mein Erfolgreichstes Buch „Ich krieg dich! Die Kunst, Menschen zu gewinnen Ein Ex-Agent verrät die besten Strategien“ beginnt mit dem Satz: „Mein Name ist nicht Leo Martin“. Ein anders Buch endet damit. Namen sind Schall und Rauch. Gerade unter Agenten (lacht).

Auch in unseren täglichen Begegnungen, jenseits von Spionage und Kriminalität, können wir vom Wissen eines Geheimagenten profitieren und die Methoden des Geheimdienstes nutzen, um andere zu überzeugen und  selbst Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Ob Kundenbeziehung, Mitarbeiter oder Freundeskreis: Erkennen Sie, woran Sie bei Ihrem Gegenüber sind und wie Sie Ihren Einfluss auf ihn erhöhen.

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